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Moritz
Ein Kater läuft in seinem Orte von Haus zu Haus an manche Pforte. Dort spricht er leise mit den Katzen, am Ende schütteln sie die Tatzen. Sehr traurig wirkten viele Damen, als sie dann Abschied von ihm nahmen! Erstaunt fragt sich nun Groß und Klein: was mag denn nur mit Moritz sein? Bis jemand, der ihn besser kennt, den Anderen den Grund dann nennt. Ich weiß, er sagt Termine ab, die er den Katzendamen gab. Denn morgen, etwa gegen zehn, da soll er doch zum Tierarzt geh'n! Der Doktor will ihn operieren, das macht man häufig bei den Tieren! Und Moritz weiß: dann ist's vorbei mit nächtelanger Liebelei. Doch denkt er ohne Bitterkeit: ich hatte doch 'ne schöne Zeit. Bin schließlich hundertfacher Vater, war ganz schön fleißig, so als Kater! Jetzt wird es Zeit sich auszuruhen, die Nachtarbeit soll'n and're tuen!! Die Zukunft wird gewiss nicht trist, auch wenn sie ohne Sex dann ist. Auch kämpfen werde ich nur selten, will nie mehr als Rabauke gelten! Und positiv ist zu bedenken, man kann die Aidsgefahr stark senken. Und wird mir mancher Tag zu lang, dann gehe ich auf Mäusefang! Vielleicht werd' ich mit and'ren Tieren zum Zeitvertreib auch musizieren! Man kann den Tag auch dazu nutzen, sein Fell zu pflegen und zu putzen. Und manchmal - aus Gewohnheit nur - geh' ich wohl nachts auch mal auf Tour. Ganz einfach streichen durchs Revier, nur um zu zeigen: Ich bin hier ! Nun aber Schluss mit dem Gegrübel, die Zukunft wird bestimmt nicht übel. Nur heute fühl ich mich nicht wohl, weil ich doch nüchtern bleiben soll. Nach der OP, kaum bin ich wach, hol' ich sofort das Fressen nach. Nun schlaf ich gleich, leg mich zu Boden, die letzte Nacht MIT meinen Hoden ! © H.-G. Brüning
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Protest
Wir Katzen, die den Moritz kennen, sind heute traurig und am Flennen. Was ist er für ein stattlich Kater, von uns'ren Kindern doch der Vater! Nun wird er quasi über Nacht vom Kater zum Eunuch gemacht. Wer soll uns denn in Zukunft lieben? Wo bleiben wir mit uns'ren Trieben? Die nächste Rolligkeit steht an, was machen wir dann ohne Mann? Wir klagen an - Das darf nicht sein! Oh, Menschen sind ja so gemein!! © H.-G. Brüning
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Erklärung
Ihr Katzen, wir versteh'n euch gut, doch tun wir's nicht aus Übermut ! Das wollt' ein Mensch euch hier nur sagen als Antwort auf die lauten Klagen! Wir greifen regulierend ein, glaubt uns, es muss leider so sein! Nun rechnet selber doch einmal. Ist nicht zu groß die Katzenzahl? Denn zwei- bis dreimal jedes Jahr vergrößert ihr die Katzenschar. Nicht jede von euch findet Einen, der sich erfreut an diesen Kleinen. Dann streunen sie, werden erschossen, sie liegen tot in Straßengossen, weil sie ein Auto überrollte, der Mensch darin nicht bremsen wollte. Sehr viele von den Katzentieren erkranken auch durch böse Viren. Dies Elend wollen wir verhindern durch Reduktion von Katzenkindern. Und vielleicht seht ihr es jetzt ein: nicht ALLE Menschen sind gemein! © H.-G. Brüning |
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